Sonderausstellung im Mittelschwäbischen Heimatmuseum
Das Gros der Künstler stellt sich den Fragen des Publikums
von Dr. H. Lindenmayr
Manche der Werke auf dem Kunstpfad Krumbach erschließen sich dem Betrachter leichter, manche schwer. Dem Verständnis des Kunstpfads, seiner Entstehung, der Werke, der Künstler soll die Sonderausstellung dienen, die das Mittelschwäbische Heimatmuseum am kommenden Freitag um 20 Uhr eröffnet. Das Gros der Künstler wird anwesend sein und sich den Fragen der Ausstellungsbesucher stellen.
Es dürfte eine ungewöhnliche Vernissage zu einer ungewöhnlichen Ausstellung werden. Nichts Offizielles ist geplant, es wird keine Reden, keine Einführungen geben. Stattdessen soll die Eröffnung der Ausstellung zu einem zwanglosen Beisammensein führen, zu Kontakten zwischen den Künstlern und ihrem Publikum. Die Formation Jazzessence von der Berufsfachschule für Musik wird ein Jazzkonzert geben. Wein und ein Imbiss stehen bereit, bei schönem Wetter kann der Museumsgarten genutzt werden.
Ungewöhnlich an der Ausstellung ist, dass sie nicht von langer Hand geplant ist und sich beim Aufbauen ganz urwüchsig entfalten kann. So zwanglos wie der Kunstpfad entstanden sei, so spontan und unsystematisch soll auch die Begleitausstellung sein, meint Wolfgang Mennel, einer der Verantwortlichen für den Kunstpfad. Alle Beteiligten seien sich darüber im Klaren, dass der Kunstpfad sich hätte ganz anders entwickeln können, dass das Endprodukt ein ganz anderes hätte sein können. Dies solle auch dem Besucher der Begleitausstellung deutlich werden.
Ab Mittwoch wird die Ausstellung aufgebaut. Dazu bringt jeder Künstler etwas mit, was ihn selbst charakterisiert und was für seine Arbeit am Kunstpfad bedeutsam geworden ist. Josef Lang beispielsweise bringt einen 15 Minuten dauernden über sich und seine Arbeit mit, den das Bayerische Fernsehen gedreht hat. An einem Styropor-Modell will Lang demonstrieren, wie an eine große Plastik die Arme angesetzt werden können. Landart-Künstler Hans Martin Lohrmann stellt Fotos aus, wie sein Beitrag zum Kunstpfad entstanden ist. Pit Kinzer zeigt anhand von Fotos, wie seine Installation "Familiengrab" an anderen Orten und unter verschiedenen Bedingungen aussieht. Romano Gurgi-Mondigi möchte den Ausstellungsbesuchern einen Eindruck davon vermitteln, wie sich der Werdegang seiner dreiteiligen Skulptur "lebenslauf 1-3" gestaltete.
Man habe bewusst kein Konzept für die Ausstellung entwickelt, erklären Wolfgang Mennel und Museumsleiter Thomas Heitele übereinstimmend. So individuell, wie die Künstler auf dem Kunstpfad sein durften, so sollen sie sich auch in dieser Ausstellung geben können. Jede Vorgabe hätte womöglich eine Verarmung bedeutet. Sie erwarten eine anregende bunte Mischung aus Originalarbeiten, Materialien, Dokumenten, Skizzen, Fotos und Filmen.
Ab 14:00 Uhr beginnt am 10. Juni beim Hürbener Wasserschloss die Aktion "Clemens Brocker - ein Baum - eine Kettensäge. Der Künstler zeigt in einer Live-Aktion, wie eine Skulptur entsteht.
Am 10. Juni um 20:00 Uhr eröffnet das Mittelschwäbische Heimatmuseum die Sonderausstellung "Kunstpfad Krumbach"

"Der Kuss", die von Unbekannten aus der Verankerung gerissene und in die Kammel geworfene Skulptur von Terence Carr, ist auf den Kunstpfad zurückgekehrt: Das Kunstwerk steht nun im Hof des Mittelschwäbischen Heimatmuseums.
Bild: Dr. H. Lindenmayr
|