Skulptur in die Kammel geworfen

von Dr. H. Lindenmayr

Unbekannte haben die Skulptur "Der Kuss" von Terence Carr brutal aus ihrer Verankerung gerissen und in die Kammel geworfen. Das idyllisch situierte Kunstwerk soll nicht mehr aufgestellt werden.
Das bunte bemalte Liebespaar des Burgauer Künstlers Terence Carr bildete bislang den Abschluss des Kunstpfad-Rundgangs.
Der lauschig gelegene Platz auf der Kammelinsel hatte Carr schon bei der ersten Orts-erkundung gefallen. Natürlich sei er sich der Gefahr bewusst gewesen, sagte der Künstler im Gespräch mit unserer Zeitung. Einsame Orte böten die beste Gelegenheit für sinnlose Gewalt und Zerstörungswut.

Sehr enttäuscht
Er habe mit einem vandalistischen Zerstörungsakt gerechnet, dennoch sei er jetzt sehr enttäuscht, dass sein Kunstwerk so entwürdigt worden sei. Es berühre ihn sehr unangenehm, wenn die Kunst, die zum Höchsten gehöre, was der Mensch schaffen könne, von denen zerstört würde, die ihrem verfehlten Leben Ausdruck verleihen wollten. Die Skulptur werde er nicht mehr aufstellen lassen, erklärt Carr. Sie komme jetzt dahin, wo Menschen ihren Wert zu schätzen wüssten.

Foto als Ersatz
Die Täter hätten für ihren Zerstörungsakt schon sehr viel Gewalt aufbringen müssen, sagt Walter Demharter, der die Skulptur aufgestellt und befestigt hat. Sie sei sehr solide verankert gewesen.
Demharter will ein großes, in Kunststofffolie eingepacktes Foto an der Stelle platzieren, wo "Der Kuss" stand. Künftige Besucher des Kunstpfads sollten wenigstens noch einen "Abglanz" von dem sehen können, was vormals hier gestanden habe.

30.05.2005