Starker kultureller Impuls

Krumbach feiert Eröffnung des Kunstpfades
- noch bis zum 11. September zu sehen
von Dr. Heinrich Lindenmayr

Es sei eine verrückte Idee gewesen und sie habe sich zu einem großen Projekt entwickelt, sagte Kult-Vorsitzende Lila Fogelstaller bei der Eröffnung des Kunstpfades Krumbach im Mittelschwäbischen Heimatmuseum. Das Publikumsinteresse war trotz des regnerischen Wetters sehr beachtlich. Die Besucher erlebten es als etwas Besonderes, beim Jungferngang entlang der ausgeschilderten Route durch die Stadt zu den 20 Objekten dabei zu sein.

Was in anderen, viel größeren Städten, beispielsweise in Karlsruhe, mit umfassender Unterstützung durch die Kommune möglich war, das gelang dem Kult-Verein Krumbach auf der Basis ehrenamtlichen Engagements: ein Kunstpfad durch die Stadt. Natürlich bedurfte es auch in der Kammelstadt der operativen Unterstützung durch die Stadt und der finanziellen Hilfe durch eine Reihe von Sponsoren und "Paten", aber die Hauptlast trugen die ehrenamtlich Tätigen des Kult-Vereins.

Der Kunstpfad gebe der Stadt einen starken künstlerischen Impuls, erklärte Wolfgang Mennel, einer der Hauptakteure bei der Konzeption und Vorbereitung des Kunstpfads. Künstler seien Menschen, die sich um eine andere, eine ungewohnte und nicht selten provozierende Sichtweise der Dinge bemühten. Man dürfe also hoffen, dass sich in Krumbach durch den Kunstpfad etwas bewege. Mit Anspielung auf den Titel "Transit", den der Marktoberdorfer Künstler Christoph Wank seiner Installation an der Südstraße gegeben hat, meinte Mennel, der Kunstpfad könne der Stadt gar zu einem Durchgang oder Durchbruch verhelfen.

Aktive Stadt
"Aktive Stadt mit vielfältiger Lebensqualität", das sei die Formel gewesen, die sich im Leitbildprozess für Krumbach ergeben habe, sagte Bürgermeister Willy Rothermel. Wer den Kunstpfad erlaufe oder an anderen Aktivitäten des Kult-Vereins teilnehme, der habe ein schönes Beispiel für die Gültigkeit der Formel. Ein mutiges Projekt nannte Walter Pache, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Günzburg-Krumbach, im Namen aller Sponsoren den Kunstpfad. Die Metaphorik des "Pfads" sei auf dem Weg durch die Stadt jetzt erfahrbar. Ein Pfad sei kein festgelegter Weg, sondern verlocke zum Abweichen nach links und rechts, zum lustvollen Entdecken dessen, was sonst abseits liege. Den lustvollen Weg traten die zahlreichen Besucher der Eröffnung im Anschluss an den offiziellen Teil an, beginnend mit der formschön-dynamischen Plastik "Pracht" von Agnes Keil im Hof des Museums und endend mit dem "Kuss" von Terence Carr auf der Kammelinsel. Ein paar Werke sind schon andernorts zu sehen gewesen, beispielsweise "Der Rufer" von Josef Lang, "Wächter" von Clemens Brocker oder "schichtweise sichtweise" von Wolfgang Mennel. Andere Werke sind eigens für den Kunstpfad Krumbach entstanden und die Installationen "Mit dem Fluss" von PP Rieger oder "Transit" von Christoph Wank einmalig und nur auf dem Kunstpfad Krumbach zu sehen. Sie haben den engsten Bezug zur Stadt und ihren Besonderheiten.

Anlocken könne der Kunstpfad, herausfordern, zu Kritik anregen, jedenfalls werde er die Stadt beleben, resümierte Lila Fogelstaller. Dazu werden auch die zahlreichen Begleitveranstaltungen und Aktionen bis zum 11. September beitragen.

09.05.2005