Illertisser Zeitung

Party-Laune im Museum

Eröffnung der Sonderausstellung im Mittelschwäbischen Heimatmuseum

Je mehr man von einem Künstler kennt, desto eher kann man ihn verstehen. Demgemäß bietet die Sonderausstellung zum Kunstpfad Krumbach im Mittelschwäbischen Heimatmuseum eine Fundgrube für ein vertieftes Verständnis der Werke auf dem Kunstpfad. Viele der ausgestellten Arbeiten sind gezielt darauf angelegt, die Entstehung und Bedeutung des Kunstpfad-Exponats zu erhellen. "Kunst ist Veränderung" hat Romano Gurgi-Mondigi die Skizzen zur Entstehung seiner dreiteiligen Skulptur "Lebenslauf", die zwischen Südstraße und Friedhof platziert ist, kommentiert.

In der Tat kann der Betrachter hier studieren, wie sich das Werk von seinen ersten Entwürfen her entwickelt und verändert hat, wie es sich gleichsam verselbständigt und den Künstler in die Auseinandersetzung mit ihm gezwungen hat. Von Gurgi-Mondigi steht auch eine herrliche Skulptur im Museumshof, zwei küssende Köpfe. Eine großartige Ergänzung zu den Kunstpfad-Objekten sind auch die Drahtgebilde von Agnes Keil in der Ausstellung. Mit so einem minimalen Aufwand solch einen Schwung und so viel Witz ins Kunstwerk zu zaubern, das sei schon bewundernswert, bemerkte Lilo Sallinger, Agnes Keils Sponsorin, zu diesen Objekten. Wer Terrence Carr als Maler erleben möchte, wer sehen möchte, wie PP Riegers "Im Fluss" in ganz anderer Ausführung aussieht, wer die wuchtige Arbeit von Karl K. Maurer ins kleine transformiert haben möchte oder sich für Hama Lohrmanns Aktionen in Indien interessiert, wer den Skizzen zum Rufer von Josef Lang oder den Studien der beiden diesjährigen Preisträger des Kunstfrühlings von Bad Wörishofen, Pit Kinzer und Wolfgang Mennel, nachforschen möchte, der findet in der Sonderausstellung im Heimatmuseum reichlich anregendes Material.

Die Sonderausstellung im Mittelschwäbischen Heimatmuseum ist noch bis zum 11. September zu besichtigen

18.06.2005