Party-Laune im Museum

Fest zur Eröffnung der Kunstpfad-Sonderausstellung
von Dr. H. Lindenmayr

Je mehr man von einem Künstler kennt, desto eher kann man ihn verstehen. Demgemäß bietet die Sonderausstellung zum Kunstpfad Krumbach im Mittelschwäbischen Heimatmuseum eine Fundgrube für ein vertieftes Verständnis der Werke auf dem Kunstpfad. Viele der ausgestellten Arbeiten sind gezielt darauf angelegt, die Entstehung und Bedeutung des Kunstpfad-Exponats zu erhellen.

"Kunst ist Veränderung" hat Romano Gurgi-Mondigi die Skizzen zur Entstehung seiner dreiteiligen Skulptur "Lebenslauf", die zwischen Südstraße und Friedhof platziert ist, kommentiert. In der Tat kann der Betrachter hier studieren, wie sich das Werk von seinen ersten Entwürfen her entwickelt und verändert hat, wie es sich gleichsam verselbständigt und den Künstler in die Auseinandersetzung mit ihm gezwungen hat. Von Gurgi-Mondigi steht auch eine herrliche Skulptur im Museumshof, zwei küssende Köpfe.

Die elegante Linienführung der an sich schon sehr aparten Kopfformen betont die Einheit der sich Küssenden und zugleich ihre Innigkeit, die Voraussetzung dieser intimen Annäherung ist.
Eine großartige Ergänzung zu den Kunstpfad-Objekten sind auch die Drahtgebilde von Agnes Keil in der Ausstellung. Mit so einem minimalen Aufwand solch einen Schwung und so viel Witz ins Kunstwerk zu zaubern, das sei schon bewundernswert, bemerkte Lilo Sallinger, Agnes Keils Sponsorin, zu diesen Objekten.

Wer die Künstler Clemens Brocker oder Terence Carr als Maler erleben möchte, wer sehen möchte, wie PP Riegers "Im Fluss" in ganz anderer Ausführung aussieht, wer die wuchtige Arbeit von Karl K. Maurer ins kleine transformiert haben möchte oder sich für Hama Lohrmanns Aktionen in Indien interessiert, wer den Skizzen zum Rufer von Josef Lang oder den Studien der beiden diesjährigen Preisträger des Kunstfrühlings von Bad Wörishofen, Pit Kinzer und Wolfgang Mennel, nachforschen möchte, der findet in der Sonderausstellung im Heimatmuseum reichlich anregendes Material.

Gespräch mit Künstlern
Fast alle Kunstpfad-Künstler waren bei der fröhlich-jazzigen Vernissage dabei und stellten sich auch den Fragen von interessierten Laien. Den Wohnwagen habe er schon bei der Weltmeisterschaft in Oberstdorf aufgestellt, erzählte Christoph Wank. Dort sei er mit einem Kran auf Holzpfähle gehoben worden und somit noch origineller postiert gewesen als direkt am Krumbach, wo er die Kunstpfad-Besucher auch durch seine Lage überrasche und provoziere.

Die Sonderausstellung im Mittelschwäbischen Heimatmuseum ist noch bis zum 11. September zu besichtigen.

Party Laune herrschte bei der Vernissage zur Kunstpfad-Sonderausstellung im Mittelschwäbischen Heimatmuseum. Die lockere Begegnung mit den Künstlern war Trumpf an diesem Abend.
Foto: Dr. H. Lindenmayr

14.06.2005